Gute Werte sind der Schlüssel


    Ratgeber der


    (Bild: unsplash)

    Was als Spass gedacht war, kann in tiefen Verletzungen der menschlichen Seele enden. Künstliche Intelligenz ist im Alltag angekommen, auch bei Jugendlichen. Was früher noch technisches Spezialwissen erforderte, funktioniert heute mit wenigen Klicks auf dem Smartphone. Doch genau diese Einfachheit wird zunehmend zur Herausforderung.

    Auch im Baselbiet wurden der Polizei Vorfälle gemeldet, wobei Jugendliche mithilfe von KI pornografische Deepfake Bilder und Videos von Mitschülerinnen erstellt und verbreitet haben. Die Grundlagen waren gewöhnliche Fotos. Für die Täter vielleicht ein «Spass» – für die Betroffenen ein massiver Eingriff in ihre Persönlichkeit.

    Denn Deepfakes treffen einen empfindlichen Kern: die Kontrolle über das eigene Bild. Wer Opfer wird, erlebt oft ein Gefühl von Ohnmacht und Blossstellung. Die Bilder wirken echt, sie verbreiten sich schnell und lassen sich kaum mehr einfangen. Gerade Jugendliche, die sich ohnehin in einer sensiblen Phase befinden, leiden besonders unter den Folgen. Scham, Angst und sozialer Rückzug sind keine Seltenheit.

    Gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle auf Täterseite. Die Distanz zur Tat ist gross: kein direkter Kontakt, kein sichtbares Leid im Moment der Handlung. Dazu kommt der Irrglaube, es handle sich «ja nur um ein Fake». Doch die Wirkung ist real – und sie bleibt.

    Besonders beunruhigend ist, wie leicht zugänglich solche Technologien sind. Plattformen, oft anonym betrieben und ohne Alterskontrollen, ermöglichen es, innert Sekunden täuschend echte Inhalte zu erzeugen. Es gibt kaum Hürden, kaum Warnungen, kaum Verantwortungsbewusstsein. Die technische Entwicklung ist schneller als jede gesellschaftliche Reaktion.

    Auch rechtlich bewegen sich Jugendliche hier auf gefährlichem Terrain. Wer solche Inhalte erstellt oder verbreitet, kann Persönlichkeitsrechte verletzen und sich strafbar machen. Was als digitale Grenzüberschreitung beginnt, kann handfeste Konsequenzen haben.

    Die Schulen und der Jugenddienst der Polizei Basel-Landschaft sensibilisieren im Thema Cybermobbing – und doch kann nicht alles verhindert werden. Die Realität ist: Jugendliche bewegen sich in digitalen Räumen, die Erwachsene oft nur bedingt verstehen.

    Umso wichtiger ist es, hinzusehen und zu sprechen. Nicht nur über Technik, sondern über Werte. Über Respekt, Verantwortung und Grenzen. Denn künstliche Intelligenz mag Bilder erschaffen – aber der Umgang damit bleibt eine menschliche Entscheidung.

     

     

     

     

    Fw mbA Daniel Wiesner,
    Leiter Jugenddienst der Polizei Basel-Landschaft

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