«Wenn das Pflegepersonal keine Zeit mehr hat nimmt ihre Verunsicherung zu»


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    Susanne Hochuli, Präsidentin der Schweizerischen Patientenorganisation SPO, warnt vor den Folgen der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».

    (Bild: zVg) Susanne Hochuli, Präsidentin der Schweizerischen Patientenorganisation SPO, warnt vor den Folgen der SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».

    Frau Hochuli, was spüren Sie heute schon vom Personalmangel?
    Unsere Anfragen steigen seit Jahren. Patientinnen rufen an, weil sie die Diagnose nicht verstanden haben. Weil ihnen niemand mit Geduld und Zeit erklärt hat, was die Operation bedeutet. Weil sie verunsichert sind und nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Aufgaben, die früher das Gesundheitspersonal in den Spitälern und Praxen übernahm. Heute fehlt die Zeit.

    Woran liegt das?
    Pflegende und Ärztinnen arbeiten im Akkord, sie betreuen sehr viele Patienten gleichzeitig. Das Gespräch am Bett, die zweite Erklärung, das ruhige Zuhören – das fällt zuerst weg. Sinkt der Anteil an qualifiziertem Fachpersonal, fühlen sich Patientinnen und Patienten mit ihren Fragen und Ängsten alleingelassen.

    Was bedeutet die SVP-Initiative für die Patientensicherheit?
    Eine Verschärfung mit Ansage. 43 Prozent der Ärzte in der Schweiz haben im Ausland studiert, in Basel besitzen fast 40 % der Spitalbeschäftigten einen EU-Pass. Fällt diese Zuwanderung weg, kippt die Versorgung mit gefährlichen Folgen. Gerade in Notsituationen steigt auch das Sterberisiko.

    Die Folgen im Alltag?
    Längere Wartezeiten, weniger Zeit am Bett, mehr Verunsicherung. Wer Antworten braucht, wartet länger – mit direkten Folgen für die Gesundheit.

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